Category Archives: Artenschutz

Wenn ein Schwan stirbt…

Zum 1. Advent  wurden auf einem Acker bei Klausdorf 50 Höckerschwäne durch sogenannte Jäger geschossen. Die Jagd auf Schwäne ist in Mecklenburg-Vorpommern vom 1. November bis zum 20. Februar freigegeben.

Dieses rechtlich voraussichtlich zulässige Massenabschlachten von Höckerschwänen  ist jedoch auf das schärfste zu kritisieren.

Die Dezimierung der Population um 50 Schwäne hat weder auf die Gesamtpopulation noch auf die Schadensbilanz der Landwirte Auswirkungen. Einerseits erfolgt eine Anpassung der Reproduktionsrate und andrereseits ist bekannter Maßen die Zahl der Schwäne in der Region so hoch, dass der Verlust der geschossenen Tiere nicht mehr ins Gewicht fällt.

Auch ein Vergrämungserfolg (Vertreibungserfolg) stellt sich durch derartige Einmalaktion nicht ein. Unter dem Gesichtspunkt des Schutzes der Landwirtschaft war diese Maßnahme daher  völlig sinnlos.

Ging  es also lediglich um die Befriedigung der Lust am Schießen und Töten? Diese Frage können nur die Teilnehmer dieser Untat beantworten.

Verständnis für die Landwirtschaft oder gar die Jagd kann man so nicht aufbauen. Zumal sich das Ereignis vor der Schutzgebietskulisses eines europäischen Vogelschutzgebietes (Special Protected Area) abspielte.

Nach unseren Informationen verurteilt auch der Bürgermeister der Gemeinde Klausdorf diese Aktion und lässt rechtliche Schritte prüfen.

Im Ergebnis wird gemeinsam mit den Landwirten und Behörden über eine Lösung hinischtlich der Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen nachzudenken sein.

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Bedroht die Eutrophierung der Bodden die Seegraswiesen?

Am 8. November 2015 war der Bodden mal wieder leer. Starke westliche Winde haben das Wasser Richtung Osten gedrückt. Der sichtbar werdende Grund stimmt nachdenklich. Was früher einmal klarer Sanduntergrund war, ist heute mit Algen bewachsener Schlick.

Die früher häufig in diesem Bereich anzutreffenden Seegraswiesen (Zostera marina linnaeus) sind augenscheinlich in den trockenfallenden Boddenbereichen stark rückläufig bis nicht mehr vorhanden. Die Ursachen dürften für derartige Veränderungen vielschichtig sein.

Das gemeine Seegras ist eine Blühpflanze, die sich aber auch vegetativ vemehrt. Die Bedeutung der Seegraswiesen für das ökologische System als Kohlenstoffbinder und vor allem auch als Laichgebiete ist unbestritten.

„Für die festgestellten Bestandsrückgänge in Nord-Europa werden als Ursache vor allem Eutrophierungseffekte diskutiert. Neben direkten Wirkungen von erhöhtenNährstoff- und Schadstoffkonzentrationen (wie z.B. phytotoxischePflanzenschutzmittel) sind hier insbesondere Beschattungseffekte als indirekte Wirkungendurch Algenblüten und verstärkt wachsende Kleinalgen auf den Seegrasblättern zunennen (Borumet al.2004).“ (Quelle: Thomas MEYER und Stefan NEHRING).
Dem Gewässerschutz wird künftig nicht nur unter diesem Aspekt eine besonderes Augenmerk zukommen müssen.
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Bekassine zu Besuch

Auf der Wiese zwischen Prohn und Klausdorf hat heute mal ein Bekassine (Gallinago gallinago) vorbeigeschaut. Für eine Brut wird es wohl nicht reichen, aber dennoch ist es wieder eine Bereicherung des Kleinods am Bodden.

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Prohner Speicher

Der Prohner Speicher ist ein  kleines künstliches Gewässer am Rande des Boddens:

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Früher war an dieser Stelle die natürliche Mündung des Prohner Baches in die Prohner Wiek.

Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Prohn hat das Gewässer angestaut und das Wasser für die umliegenden Kohlfelder zur Bewässerung eingesetzt.  Die LPG gibt es schon lange nicht mehr und mit ihr sind auch die Kohlfelder verschwunden. Aus landwirtschaftlicher Sicht bedarf es des Speichers damit nicht mehr. Und so ist auch vor geraumer Zeit ein erbitterter Streit um den Erhalt und die damit verbundenen Kosten des Speichers entbrannt.

Viele Gründe sprechen für den Speicher. Vor allem seinen Funktion als Rastgebiet für zehntausende Entenvögel. Gerade in diesen Tagen scheint das flache Wasser zu brodeln. Berg-Reiher- und Stockenten tummeln sich dort und bieten einen ametmberaubenden Anblick. Aber auch der Hochwasserschutz für das am Prohner Bach liegende Baugebiet ist ein Argument für den Speicher. Und so wird sich der Streit wohl noch lange hinziehen-zum Wohle unserer Entenvögel.

 

Kiebitzbrut auf den Wiesen zwischen Prohn und Klausdorf 2015

Nachdem offenbar bereits ein Kiebitzpärchen die Wiese gewählt hat, entscheiden sich vom aktuellen Durchzug vielleicht auch noch welche für das eher anspruchsvolle Brutrevier.  Die drohende Gefahren sind vielseitig. Im Augenblick ist das Boddenwasser hoch und die Wiesen teilweise überschwemmt. Raben, Krähen und Fuchs sind  ebenfalls unterwegs. Von den Wildschweinen will ich gar nicht reden. Also wir wünschen jedenfalls viel, viel Glück beim Nestbau und dem anschließenden Brutgeschäft 2015!

Kiebitze auf Durchzug

 

Besuch am Artenschutzturm

Na, hier macht es sich doch jemand am „Klausdorfer Artenschutzturm“ so ganz bequem!
Die Aufnahme ist gestern entstanden, da lohnt sich dann die Arbeit für unsere Freunde!

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Gestern habe ich auch Kranichmeldungen aus dem Taunus bekommen und heute bei unserem kleinen Beisammensein wurden mir die ersten Sichtungen aus Stralsund bestätigt.

Frohe Weihnachten 2014

Liebe Kranichfreundinnen und Kranichfreunde,

aus dem schneefreien Klausdorf wünschen wir allen Vereinsmitgliedern und Freunden unseres Vereins ein frohes Weihnachtsfest. Wir haben das Motto in diesem Jahr wörtlich genommen:

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Es gibt so viele traurige Geschichten in diesem Jahr und da ist es an der Zeit sich nicht nur nachdenkliche Gedanken zu machen sondern, vor allem mit den Familienangehörigen und Freunden Spaß zu haben und zu lachen, sich am festlichen Braten und Gebäck zu erfreuen. Und die zusätzlichen Pfunde? Ach da kommt es jetzt nicht darauf an! Das kriegen wir (wie jedes Jahr) im kommenden Jahr wieder in den Griff!

Aus dem ornithologischen Bericht 2013 haben wir erfahren, dass die Kranichbruterfolge eine positive Statistik aufzeigen und so haben wir auch aus dieser Sicht allen Grund zur Freude! Mit unseren Kindern haben wir gerade eine Höhle gebaut und darin ist die Welt jedenfalls ganz schwer in Ordnung.

Aus Vereinssicht werden wir 2015 unser 25-jähriges Bestehen feiern und wir müssen mit Nisdorf wieder ein Stück voran kommen. Da bin ich schon mal sehr gespannt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen frohe – nein fröhliche (!) Weihnachten, immerhin feiern wir ja die Geburt eines Kindes in Bethlehem!

Ihr Georg Rüting