Bedroht die Eutrophierung der Bodden die Seegraswiesen?

Am 8. November 2015 war der Bodden mal wieder leer. Starke westliche Winde haben das Wasser Richtung Osten gedrückt. Der sichtbar werdende Grund stimmt nachdenklich. Was früher einmal klarer Sanduntergrund war, ist heute mit Algen bewachsener Schlick.

Die früher häufig in diesem Bereich anzutreffenden Seegraswiesen (Zostera marina linnaeus) sind augenscheinlich in den trockenfallenden Boddenbereichen stark rückläufig bis nicht mehr vorhanden. Die Ursachen dürften für derartige Veränderungen vielschichtig sein.

Das gemeine Seegras ist eine Blühpflanze, die sich aber auch vegetativ vemehrt. Die Bedeutung der Seegraswiesen für das ökologische System als Kohlenstoffbinder und vor allem auch als Laichgebiete ist unbestritten.

„Für die festgestellten Bestandsrückgänge in Nord-Europa werden als Ursache vor allem Eutrophierungseffekte diskutiert. Neben direkten Wirkungen von erhöhtenNährstoff- und Schadstoffkonzentrationen (wie z.B. phytotoxischePflanzenschutzmittel) sind hier insbesondere Beschattungseffekte als indirekte Wirkungendurch Algenblüten und verstärkt wachsende Kleinalgen auf den Seegrasblättern zunennen (Borumet al.2004).“ (Quelle: Thomas MEYER und Stefan NEHRING).
Dem Gewässerschutz wird künftig nicht nur unter diesem Aspekt eine besonderes Augenmerk zukommen müssen.
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